BRAUANLEITUNG für 20 l Bier

(Maischeverfahren)


Mit dieser Anleitung haben wir versucht, Ihnen Richtwerte an die Hand zu geben um Ihnen auch ohne Brauerfahrung ein gutes Gelingen zu ermöglichen. Sie sollten diese Anleitung aber durch Ihre eigenen Erfahrungen verbessern bzw. ergänzen. Wir würden uns freuen, wenn sie uns Ihre Erfahrungen und Verbesserungen mitteilen würden, damit wir diese an andere weitergeben können.
   
  Vorbereitung
Bevor Sie beginnen muss sämtliches Zubehör das zum Brauen verwendet wird äußerst sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden. Für den Hausbrauer ist dies einer der wichtigsten Punkte. Viele Fehler treten durch unsauberes Arbeiten auf. Benutzen Sie unser, auf Alkohol basierendes Desinfektionsmittel "STEROPUR plus B", unter Beachtung der aufgedruckten Anleitung.
  Einmaischen
Zum Einmaischen erhitzen Sie 12 Liter Brauwasser auf 40 °C und rühren 5 kg Malz gleichmäßig ein. Sie können auch über Nacht einmaischen, die Ausbeute erhöht sich dadurch.
Bereiten Sie in einem 2. Gefäß noch etwa 15 Liter Wasser mit etwa 78 °C vor. (Nachguß, Anschwänzwasser)
  Eiweißrast
Erhitzen Sie die Maische unter Rühren langsam auf 53-54 °C und halten Sie die Temperatur für 15 Minuten konstant.
  I. Verzuckerungsrast
Erhitzen Sie die Maische unter Rühren weiter auf 62-65 °C und halten Sie die Temperatur für 30-45 Minuten konstant. Ob die Zeit zur vollständigen Verzuckerung ausreichend war, können Sie in Abständen mittels einer Jodprobe ermitteln. Hierzu geben Sie etwas Sud auf eine helle Unterlage (z.B. weißer Plastiklöffel) und geben einen Tropfen Jodlösung hinzu. Sollte sich das Jod dunkelblau färben, ist noch nicht ausreichend Zucker gebildet. Dann sollten Sie die Kochzeit verlängern.
  II. Verzuckerungsrast
Erhitzen Sie die Maische unter Rühren weiter auf 72-75 °C und halten die Temperatur für 30-45 Minuten konstant.
  Ruhephase
Anschließend die Maische 10 Minuten ruhen lassen.
  Läutern
Hier geht es darum den Treber von der Würze zu trennen.
Füllen Sie vorsichtig die Maische in den Läuterbottich, am besten mit einer Kelle oder einem Literblech. Lassen Sie nun langsam etwas Würze ab, bis die Würze klar fließt ( 0.5l ). Diese Würze geben Sie wieder in den Bottich. Anschließend kann die abfließende Würze in den Sudkessel (Einkocher) gegeben werden. Die Würze sollte nicht zu schnell fließen um die entstandene Filterschicht nicht zu zerstören bzw. keine störenden Luftblasen in den Bereich zwischen Sieb und Eimerboden gelangen. Ein kurzes Stück Schlauch am Auslasshahn verringert diese Gefahr zusätzlich.
Halten Sie den Pegel im Bottich durch den etwa 78 °C warmen Nachguß auf gleicher Höhe. Den Nachguß müssen Sie sehr vorsichtig einfüllen um ein Aufwirbeln zu vermeiden.

  Die Menge des Nachgusses ist abhängig von der gewünschten Braumenge und der gewünschten Stammwürze. Anzustreben ist eine Stammwürze von 12%.
Hat die auslaufende Würze noch einen Gehalt von unter 2%, sollte man spätestens aufhören.
  Startkultur
Von der kochenden Würze sind ca. 0.2 Liter zum Starten und Aufziehen der Hefe zu entnehmen und auf Anstelltemperatur 20-25°C abzukühlen. Nach dem Abkühlen geben Sie Ihre Hefe hinzu.
  Hopfenkochen
Die Würze nun auf Kochtemperatur aufheizen und die Hälfte der gewünschten Hopfenmenge zugeben (Bitterhopfen). Nach ca. 45 Minuten Kochzeit (sprudelnd kochen) geben Sie die zweite Hälfte des Hopfens hinzu (Aromahopfen) und kochen weitere 10-15 Minuten. Beachten Sie auch unsere Seite Brauprotokoll. Einige Bierrezepte benötigen mehrere Sorten Hofen mit verschiedenen Kochzeiten.
  Ruhephase
Versetzen Sie die Würze nach dem Kochen mit dem Maischeholz in rechts drehende Rotation, damit sich die vorhandenen Trubteile und der Hopfen besser absetzen. Warten Sie anschließend ca. 15 Minuten.
  Filtern
Filtern Sie nun die Würze durch die Trubfiltertasche, die im Läuterbottich auf dem Senkboden aufliegt. Die Tasche kann um den Rand gestülpt werden und hat somit einen guten Halt. Eventuell muß der Satz am Boden während des Filtervorgangs mit einem großen Löffel entfernt werden.

Abkühlen
Nun muss die Würze auf 25°C abkühlen. Dabei kann eine Kühlschlange verwendet werden, damit es schneller geht. Auch die Zugabe von Eis ist möglich. Man sollte aber auf die Verdünnung achten. Prüfen Sie den Würzgehalt mit der Spindel und verdünnen bei Bedarf mit Brauwasser.

  Hefezusatz
Die angestellte Hefe zur Würze in den Gärbehälter geben und gut durchmischen. Bewährt hat sich hier in großer Sieblöffel. Verschließen Sie den Gärbehälter und stecken das halb mit Wasser gefüllte Gärröhrchen in die Deckelöffnung. Belüften Sie nun die Würze indem Sie den Behälter kräftig hin und her schwingen. Stellen Sie den Gärbehälter an einen Platz mit der für die Hefezellen optimalen Temperatur.
  Gärung
Den Fortschritt der Gärung können Sie am Aufsteigen von CO2-Bläschen am Gärröhrchen beobachten. Steigen keine Bläschen, bzw. nur noch sehr wenige auf, ist die Gärung abgeschlossen. Eine weitere Möglichkeit den Gärprozess zu bewerten, ist die Verwendung einer Bierspindel. Im allgemeinen ist die Hauptgärung nach fünf bis sieben Tagen abgeschlossen. Wenn Sie eine Bierspindel benutzen, entnehmen Sie Würze und füllen Sie damit den Standzylinder. (Gerätschaften vorher mit STEROPUR desinfizieren) Dabei ist zu beachten, dass die Kohlensäure aus der Würze durch schütteln entfernt wird, da sonst das Messergebnis verfälscht wird. Am besten prüfen Sie nach ca. 3 Tagen den Stand morgens und abends. Zeigt sich keine Veränderung mehr, so können Sie das Bier am darauffolgenden Tag abfüllen. Vermeiden Sie den Gäreimer kurz vor dem Abfüllen zu transportieren, damit die abgesetzte Hefe nicht aufgewirbelt wird und somit in die Flaschen oder das Fass gelangt.
  Abfüllung in Flaschen
Reinigen Sie die Flaschen mit klarem Wasser. Benutzen Sie unseren "Automatik Flaschenreiniger" oder eine handelsübliche Flaschenbürste. Desinfizieren Sie anschließend die Flaschen durch Einsprühen von "STEROPUR plus B" (drei Pumphübe) und lassen sie dann 5 Minuten stehen.
Sie können die zuvor gereinigten Flaschen aber auch im Backofen bei 110 °C 10 Minuten lang sterilisieren.
Bitte verwenden Sie keine Einwegflaschen, da diese platzen könnten
  Nachgärung
Zur Nachgärung geben Sie pro Liter Bier ca. 6-7 g Trockenmalz zu. Die Trockenmalzmenge können Sie in 0,5 l Wasser einrühren und das Ganze 10 Minuten kochen. Nach dem Abkühlen auf unter 25 °C, geben Sie die Mischung vorsichtig in Ihr Bier, so dass der Hefesatz am Boden nicht aufgewirbelt wird. Zum Abfüllen befestigen Sie den Abfüllschlauch am Ablasshahn. Füllen Sie die Flaschen nun mit dem Schlauch von unten nach oben damit möglichst wenig Schaum entsteht und wenig Kohlensäure entweicht. Sie sollten etwa 2 Zentimeter Platz bis zum Verschluss lassen. Halten Sie die Füllhöhe ein, da ein Unterschreiten zuviel Druck erzeugt und ein Überschreiten dagegen zu wenig Kohlensäure - Bildung zur Folge hat. Eine Daumenregel für die Füllhöhe ist bis zum unteren Rand des Flaschenwulstes zu füllen. Sollten Sie an Stelle von Trockenmalz Haushaltszucker verwenden, sollten Sie die Menge um ca. 30 % verringern. Bedenken Sie aber, dass Sie damit das "Deutsche Reinheitsgebot" verlassen. Geschmacklich verändert die geringe Menge Zucker das Bier nicht, weil er sich vollständig in Alkohol verwandelt.
  Lagerung
Die ersten vier Tage sollten die Flaschen wieder an einem warmen Ort (18-24 °C) gelagert werden. Danach kann das junge Bier in einen kühleren Raum (Keller) aufrecht stehend gelagert werden. Sie könne es bereits nach 2 Wochen probieren, dennoch wird es 2-3 Monate weiter reifen und sich noch erheblich verbessern.
  Fässer
Wesentlich einfacher ist die Handhabung von Fässern. Bei uns erhalten Sie günstige Colafässer mit Zubehör. Auch mit unsern Partyfässern haben wir gute Ergebnisse erzielt. Das Reinigen der Flaschen ist mit erheblichem Zeitaufwand verbunden.
 
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